Week for Future am Wienerwaldgymnasium

Geschrieben von: Emma Praetorius 6B, Mag. Tanja Radinger, DI (FH) Mirella Rangger

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Die „Fridays for Future“-Bewegung geht um die Welt und hat auch im Wienerwaldgymnasium Einzug gehalten – vor allem in der „Week for Future“ im September 2019 beschäftigten sich unsere Lehrer und Schüler durch Projekte aktiv mit den Themen Klimawandel und Klimaschutz.

Die Schülerinnen und Schüler der 4D haben sich mit Prof. Rangger im Zuge der Klimawoche intensiv mit wissenschaftlichen Artikeln zu den Themen Treibhausgase, Auswirkungen der globalen Erwärmung auf die Alpenregion, Küstengebieten und Meere und mögliche Effekte auf die Gesundheit der Menschen befasst und Plakate erstellt.

Die Schüler und Schülerinnen der 5Ar widmeten sich während der Klimawoche umweltrelevanten Aspekten rund um das Smartphone. In vier Kleingruppen haben sie sich über die Umwelt- und Sozialprobleme beim Rohstoffabbau zur Produktion von Smartphones und bei der Entsorgung von Elektronikschrott informiert, aber auch alternative Produkte wie das Fairphone bzw. refurbed Phones bewertet.

Auch in anderen Klassen wurde das Thema Klimawandel und Klimaschutz unter diversen Aspekten beleuchtet, das Wahlpflichtfach Biologie etwa erforschte sogar selbst die Auswirkungen sich ändernder Umweltbedingungen auf Kressesamen.

An der Abschlussdemonstration am Freitag, den 27.09.2019, nahm etwa die 6B – wohlgemerkt freiwillig am Nachmittag – geschlossen mit Prof. Schweiger teil. Um eine aktive Beteiligung am Diskurs um den Klimaschutz zu ermöglichen, wurden im Vorfeld auch im Deutschunterricht mit Prof. Radinger die Argumente, Ziele und Ideen der Schüler und Schülerinnen verbalisiert und diskutiert. Die mannigfaltige und selbstständige Auseinandersetzung mit Fakten, sowie den Willen zur Veränderung zeigt die daraus entstandene – übrigens ebenfalls freiwillig verfasste und vor der Klasse vorgetragene – Meinungsrede von Emma Praetorius:

 

Was für eine Welt wollt ihr hinterlassen?

Die Klimaerwärmung findet statt. Darin sind sich alle Wissenschaftler einig. Die einzige Frage scheint dabei nur noch zu sein, ob die Klimaerwärmung menschengemacht ist, oder nicht. Aber die Mehrheit der Wissenschaftler sieht das so. 97% der Klimawissenschaftler sind der Meinung, dass der Mensch die Ursache ist. Denn noch nie hat eine Klimaveränderung auf der Erde so schnell stattgefunden, wie jetzt. 

Wie gehen wir damit um? Meiner Meinung nach ist die Antwort einfach: Wenn der Mensch nicht am Klimawandel Schuld ist, wir aber trotzdem etwas dagegen tun, so verlieren wir nichts. Wenn der Mensch aber am Klimawandel Schuld ist und wir tun nichts, so verlieren wir unter Umständen langfristig jede Lebensgrundlage.

Was macht die Politik? Österreich hat sich immerhin mit dem Übereinkommen von Paris zum Klimaschutz bekannt, wird die eigenen Klimaziele aber ziemlich sicher verfehlen, wie auch Deutschland. Offensichtlich scheint die Politik also nicht in der Lage, geeignete Antworten und Lösungen zu finden.

So heißt es beispielsweise, dass Deutschland nur 2% des weltweiten CO2-Ausstoßes verursacht. Aber ist das eine kleine Zahl? Immerhin hat Deutschland nur 1% der Weltbevölkerung. Offensichtlich heißt das also, dass Deutschland überdurchschnittlich viel CO2 ausstößt. Und Österreich? Da wird es natürlich genauso sein. Beide Länder sind Industrieländer mit vergleichbarem Lebensstandard.
Oft wird auch auf China oder Indien geschimpft. Aber beide Länder haben viel mehr Einwohner als Österreich oder Deutschland. Denn in Wirklichkeit muss man den CO2-Ausstoß im Vergleich zu der Einwohnerzahl sehen: In Österreich haben wir 7,19t CO2 pro Einwohner und Jahr. In Deutschland sind es 8,88t, in China 6,57t CO2. Und in Indien sind es sogar nur 1,57t pro Einwohner und Jahr. Das ist also nur 1/4 der CO2-Emission von Deutschland oder Österreich.

Und natürlich können wir immer jemanden finden, der schlechter ist, als wir selbst. Aber was bringt das? Die Frage ist doch: Mit wem wollen wir uns vergleichen? Mit Entwicklungsländern oder Schwellenländern? Die Frage ist doch: Sollte nicht gerade die Industrie der ersten Welt mit Innovation vorangehen und versuchen, die Welt zu verbessern? Und natürlich muss die Politik dafür die gesetzlichen Grundlagen schaffen.

Aber trotzdem ist es zu einfach, alle Verantwortung bei der Politik zu suchen. Jeder Einzelne von uns trägt Verantwortung. Jeder Einzelne muss etwas tun, damit ein großes Ziel erreicht werden kann. Jeder Einzelne muss mit kleinen Schritten vorbildlich vorangehen. Jeder Einzelne muss nachdenken, was unser Handeln für Auswirkungen hat oder haben könnte. Und soweit es geht, muss jeder Einzelne dann auch seinen Möglichkeiten gemäß handeln, um etwas zu verändern.

Unser Konsum ist einfach zu hoch. Wir haben alles in Massen und wollen unseren Lebensstandard nicht vorgeschrieben bekommen. Aber so darf es nicht weitergehen! Anstatt neu zu kaufen, sollten wir Dinge reparieren. Wir sollten versuchen, Bio- und Fair-Trade Produkte zu kaufen. Wir sollten viel weniger Fleisch essen. Im letzten Jahr hat jeder Österreicher im Schnitt 65kg Fleisch gegessen. Wir sollten wieder mehr zu Fuß gehen, das Fahrrad nehmen und die öffentlichen Verkehrsmittel benutzen.

Österreich allein wird die Menschheit natürlich nicht retten können, aber wir können mit gutem Beispiel vorangehen. Denn in was für eine Welt wollen wir leben, und was für eine Welt wollen wir später hinterlassen?